Günter Lafeld – 90 Jahre

Man sieht ihm die Zahl seiner Jahre nicht an. Für ihn zählen sie auch nicht, besonders dann nicht, wenn er im Kreise seiner Schützlinge in der Fechthalle am Brodhagen agiert.
Günter Lafeld feierte seinen 90ten Geburtstag mit seiner Familie und engen Freunden und Wegbegleitern. Sein Geburtstag ist ein Beweis, dass der Umgang mit jungen Menschen und lebenslanger Sport die geistige und körperliche Frische erhalten. Noch immer steht er an drei Abenden in der Woche als Vorsitzender und Trainer der Fechtabteilung der BTG Bielefeld in der Halle. Er hat unzählige Jugendliche vieler Generationen in Bielefeld geprägt, denn er versteht es, ihnen nicht nur die Fechttaktiken zu vermitteln, sie zu guten Fechtern auszubilden, sondern er ist ihnen auch pädagogischer Berater, Freund und mitunter sogar Ersatzvater, der die echten Werte des Sports ganz groß schreibt und vorlebt.
1958 heiratete Günter Lafeld seine Frau Marianne, die ebenfalls fechtbesessen, nicht von seiner Seite weicht, und auch viele Jahre nach der Goldenen Hochzeit, noch immer seine Stütze und sein Motor ist. Kennen gelernt hat er seine Marianne auf dem Fechtboden, aber bevor Günter Lafeld Fechter wurde, war er Eiskunstläufer (in diesem Sport wurde er sogar Juniorenmeister) und Tennisspieler.
Der Name und der Mensch Günter Lafeld sind eng mit dem Westfälischen Fechter Bund und auch dem Deutschen Fechter Bund verbunden. Seine erfolgreiche Trainertätigkeit in Bielefeld liess den Westfälischen Fechter Bund aufhören und er rief ihn zunächst als Sportwart in sein Präsidium (1979 – 1987), beim Deutschen Fechter Bund war er zwei Jahre lang der Vizepräsident für den Breitensport. Die Geschicke des Westfälischen Fechter Bundes leitete er als Präsident von 1987 bis 1994 mit viel Umsicht und Fachwissen.
Zehn Jahre lang war Günter Lafeld Lehrbeauftragter der Universität Bielefeld und vermittelte mit seinen Trainerfähigkeiten sein Wissen an die Sportstudenten. In Westfalen und in ganz Deutschland war er bis zur vorgeschriebenen Altersgrenze ein fairer und nimmermüder Kampfrichter, dessen Entscheidungen Gewicht und Akzeptanz hatten.
Drei Jahre lang leitete er den Hauptverein, die BTG Bielefeld, bis er sich danach wieder nur auf seine Abteilung konzentrierte, der er seit 1973 vorsteht.
Sein jahrelanges Engagement wurde oft gewürdigt. So erhielt Günter Lafeld die Goldene Ehrennadel des Westfälischen Fechter Bundes, die goldene Plakette des Deutschen Fechter Bundes, im Jahr 2000 wurde er zum Ehrenamtlichen des Jahres im Deutschen Fechter Bund gewählt, und der Ministerpräsident des Landes NRW verlieh ihm 2004 die Sportplakette des Landes. Die Stadt Bielefeld verlieh ihm die Sport-Ehrenplakette und sein Verein die Goldene Ehrennadel.
Seine fechterische Laufbahn krönte Günter Lafeld siebenmal in der Säbelwaffe mit dem Titel des Deutschen Meisters bei den Senioren, und sechsmal wurde er hier Vizemeister.
Alle Westfalen, die Rang und Namen haben zieht es Juni eines jeden Jahres nach Bielefeld zum Leineweberturnier, einem Ranglistenturnier des WFB, dass er mit seiner Frau Marianne seit 53 Jahren organisiert und ausrichtet.
So kann Günter Lafeld mit Recht stolz auf sein Lebenswerk blicken! Er weiss, er hat etwas bewegt, zum Wohle junger Sportler und zum Wohle des Fechtsports, mehr als viele andere. Und er tut es immer noch!!
Daher gratuliert der Westfälische Fechter Bund seinem Gentleman der alten Schule zu seinem Ehrentag und zu seinem beachtlichen Lebenswerk.
Wir wünschen weiterhin viele glückliche, gesunde und aktive Jahre.

Über den Autor: Gertrud Peters

Gertrud Peters ist Ehrenpräsidentin des Westfälischen Fechter-Bundes e.V.